Titelbild_Teelichtofen

Teelichtofen, Prepperofen, Blumentopfheizung

Der Winter, oder besser das, was von ihm noch übrig ist, ist für den Gartenfreund bzw. die Gartenfreundin eine harte Zeit. Nichts zu tun, dauernd Dunkel und im Garten mag man sich auch nicht wirklich aufhalten. Selbiges gilt natürlich auch für die Laube, zumindest dann, wenn sie nicht beheizt wird … wie die Meinige. Das wollte ich gern ändern.

Die Beheizung soll natürlich nicht teuer, möglichst umweltbewusst und ästhtisch anspruchsvoll sein. Ein Kamin, Traum aller Hyygeisten, ist in den meisten Kleingartenvereinen verboten! Aus diesem Grunde möchte ich als einfache Selbstbauvariante einen Teelichtofen testen. Materialkosten pro Stück: 12 € !

Nackt oder Skijacke?

Die entscheidende Frage ist natürlich, ob ein oder mehrere dieser Öfen ausreichen um eine Gartenlaube zu beheizen. Muss ich also weiter in Skijacke dort sitzen oder kann ich locker einen auf FKK machen?

Hauptbaumaterial dieser Öfen sind Terracottablumentöpfe, ein wirklich sehr vielfältig einsetzbares Arbeitsmittel. Sie eignen sich nicht nur als Pflanzengefäß. In Form von Ollas kann man sie beispielsweise auch zur Beetbewässerung nutzen (Bauanleitung hier!) oder aber, wie in meinem Fall, als Teelichtofen.

Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Die Wärme der Teelichter steigt im inneren Topf nach oben und erwärmt diesen. Anschließend strömt die Luft wieder nach unten aus dem kleinen Topf heraus in den schmalen “Schornstein” zwischen innerem und äußerem Gefäß. Von dort entweicht sie aus den Löchern im obereren Topf (sofern vorhaben).

Hauptdiskussionspunkt beim Bau dieser Öfen ist die Frage, ob man in den äußeren Topf oben auf dem Deckel auch noch einige Löcher bohrt oder nicht. Die Löcher sorgen für eine Verstärkung des sog. Schornsteineffekts und die Wärme verteilt sich zusätzlich mehr im Raum (siehe Thermosimulation). Zudem wird so ein Hitzestau vermieden. Bei der anderen Variante erhitzt sich der äußere Topf etwas mehr, da die Luft nicht entweichen kann. Ich habe beide Varianten getstet.

Thermosimulation des Ofens (Quelle)

Das Material

  • Metallsäge
  • Maßband
  • Bohrmachine
  • Dickes Klebeband
  • Gewindestange (10er, M10)
  • 5 Muttern
  • Verbindungsmutter als Abstandshalter (M10)
  • 2 Unterlegscheiben (M10)
  • 4 größere Unterlegscheiben (Karosseriescheiben)
  • 2 Tontöpfe mit Löchern im Boden (d = 20 cm und d = 16 cm)
  • Tonuntersetzer (d = 20 cm)
  • 5 Teelichter

Bauanleitung

Als erstes muss mittig im Untersetzer das Loch für die Gewindestange gebohrt werden. Dafür beklebt man den Untersetzer auf beiden Seiten mit Klebeband. So können Risse vermieden werden und zudem kann der Bohrer nicht so einfach abrutschen. Eine weitere gute Maßnahme gegen Risse ist es natürlich mit kleineren Bohrern vorzubohren.

Dafür wird die Mitte des Untersetzers markiert. Dort wird dann gebohrt. Genau so bohrt man dann oben in den größeren Topf einige Löcher (wenn man denn will).

Wenn Kinder abkleben …

Anschließend muss die Gewindestange zugesägt werden. In der Regel sind die, die man kaufen kann zu lang für den Teelichtofen. Man benötigt ungefähr 30 cm. Also einfach zurechtsägen! Durch das Loch im Untersetzer führt man dann den Gewindestab und fixiert diesen auf beiden Seiten mit je einer Unterlegscheibe und einer Mutter.

Die nächste Mutter mit Bauscheibe dient dann als Auflage für den ersten Pflanztopf. Dafür wählt man eine Höhe von ungefähr 19 cm oberhalb des Untersetzers. So ist der Raum zwischen den Töpfen und der Abstand zu den Kerzen groß genug, dass der Teelichtofen nicht überhitzt. Von oben erfolgt die Fixierung des kleineren Topfes wieder mit einer Scheibe und Mutter. Um den Abstand zwischen den beiden Tontöpfen zu gewährleisten schraubt man anschließend die Verbingsmutter drauf.

Es folgt eine weitere Mutter und eine der großen Unterlegscheiben. Dort wird der größere Tontopf draufgesetzt. Dann wieder eine Unterlegscheibe und die letzte Mutter. Fertig!

Bleibt abschließend die Frage, ob man mit diesen Öfen eine Laube beheizen kann. Klare Antwort: NEIN! Man bräuchte schon sehr viele dieser Öfen und unzählige Teelichter um es sich in der Laube schön mukkelig zu machen. Allerdings, als Ergänzung zu einer herkömmlichen Heizung oder um sich die kalten Hände aufzuwärmen reicht das locker aus.

Wichtig: Stelle den Teelichtofen nur auf einem nicht-entflammbaren und ebenen Untergrund. Lass ihn nicht unbeaufsichtigt und bewege ihn nicht während der Benutzung. Stelle die Teelichter immer in aufrechter Position in einer Distanz von ca. 10 cm voneinander auf. So wird ein Teelichtbrand vermieden.

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