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Der schönste Kleingarten des Nordens – Show Me What You Got

Wenn ich durch unsere Gartenkolonie flaniere, empfängt mich ein breites Potpourri unterschiedlicher Gestaltungs- und Nutzungsphilosophien. Vom Hygge-Feriencottage über den Rasenkanten-Heckenhöhen-Klassiker bis zum Selbstversorgergarten ist alles dabei.

Psychologisch betrachtet, erkennt man an der Gestaltung des Gartens sehr gut die jeweiligen PächterInnen … mit allem was dazugehört. Das bedeutet aber auch: Es wird persönlich! Fängt man an Verbesserungsvorschläge zu machen oder gar Kritik zu üben, begibt man sich zumeist auf dünnes Eis.

Der schönste Kleingarten des Nordens

Eben dies macht sich die Fernsehsendung “Der schönste Kleingarten des Nordens” des NDR zu nutze. Dort treten vier KleingärtnerInnen aus den nördlichen Bundesländern in vier Kategorien gegeneinander an und küren in der letzten Folge einen Siegergarten.

Für die ZuschauerInnen besteht der Reiz dieses Formats darin, dass neben vielen Gestaltungs- und Gartentipps menschliche Abgründe – zumindest andeutungsweise – zu Tage treten. Das kann in die Hose gehen, ist aber auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

Das Kunststück der Redaktion besteht darin, eine gewisse Niveaugrenze nicht zu unterschreiten. Es gilt, möglichst unterschiedlich geprägte GärtnerInnen zu finden, die bereit sind, ihre Gartenforte zu öffnen, gleichzeitig aber nicht fundamentalistisch auftreten … oder zumindest nur ein wenig.

But Why?

Was nun kann jemanden dazu veranlassen, seinen Garten vor laufender Kamera von anderen KleingärtnerInnen bewerten zu lassen?

Für mich persönlich bestand der Reiz darin, meinen Ansatz der kleingärtnerischen Nutzung einer breiteren Öffentlickeit vorzustellen. Ich war und bin der Meinung, etwas Wichtiges sagen und zeigen zu können. Mir war dabei natürlich von Anfang an klar, dass mein Ansatz des positiv anarchistischen Strebens nach Weltherrschaft und des dabei kontinuierlichen Scheiterns gelinde gesagt ungewöhnlich ist und dass ich wahrscheinlich “außer Konkurenz” mitlaufen würde

Meine Frage lautet: Ist die Szene bereit für einen neuen Ansatz?

Der kategorische Imperativ

Die vier Kategorien, in denen die KleingärtnerInnen gegeneinander antreten sind: Hingucker, Laube, ökologisches Konzept und Kochen. Anhand von Holzblumen, bei denen man die fünf Blütenblätter enfernen kann, sollen Punkte vergeben werden. Besonders interessant sind dabei natürlich die in die Kamera artikulierten Gründe aufgrund derer Punkte abgezogen werden. Wie bereits gesagt … it’s gettin’ dirty …

Denn Menschen bewerten unterschiedlich streng, teilweise auch beliebig und ungerecht.

Ich habe mich bei meinen Bewertungen an Immanuel Kant orientiert:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Be nice! Denn eines war mir klar: ganz egal wie schrecklich ich den jeweiligen Garten finde, ganz egal wie gerne ich dem Porzellanschwan dort im Beet einen Tritt in den Allerwertesten verpassen möchte … Klar ist, dass, alle TeilnehmerInnen enorm viel Arbeit, Schweiß und Liebe in ihren Garten gesteckt haben. Dies gilt es zu allererst zu würdigen. Is meine Meiung.

Zeigt her!

Ich werde in den nächsten 4 Wochen jeweils einen Beitrag zu jedem Garten schreiben, der Teil der Sendung war. Den Artikel werde ich im Anschluss an die Ausstrahlung veröffentlichen. Wie gewohnt werde ich die Schwerpunkte der Berichterstattung nicht ausschließlich auf den Garten legen …

Nur so viel Vorweg: Meine altruistische Einstellung sollte auf eine harte Probe gestellt werden …

Jetzt aber erstmal Vorhang auf: Show Me What You Got!

… die Sendung läuft ab 05.10.2019 immer Samstags um 16:45 Uhr im NDR …

Hier findet ihr demnächst:

  • den Beitrag zu Daniels Garten in Neubrandenburg (klick!)
  • den Beitrag zu Hannes Garten in Lübeck (klick!)
  • den Beitrag zu meinem Garten in Hamburg
  • den Beitrag zu Doris und Rolfs Garten in Lüneburg

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