Gerade_is_was_anderes

Blind-Date Edition #8 “Take on me”

Was kommt dabei heraus, wenn sich 11 BloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen?

Unter dem Motto „Take on me“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von a-ha geschrieben.

Wir wissen nicht, was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:

Beetkultur, Der Hagenberg, The Boho Shack, Cardamonchai, Garteninspektor, Faun & Farn, Laubenhausmädchen, Ein Stück Arbeit, Wir Gartenkinder und der Berlingarten

Viel Spaß beim Lesen!


Gartenteich mit Aquädukt I: eine Dachrinne montieren.

Ach ja, damals! Ich erinnere mich noch genau. Häufig war ich etwas genervt mit dem Kinderwagen unterwegs … “gerne” auch mal des Nachtens. Immer diesselbe Runde durch die Kleingärten. Blick und Kopf gesenkt, die Füße schleifend wie ein Zombie.

Bei einer dieser Nachtwanderungen habe ich auch das erste mal eine ausgestreckte Hand wahrgenommen. Flimmernd und flackernd wurde sie mir aus einem Gebüsch entgegengestreckt. Sie gab mir zu verstehen das ich sie ergreifen solle. Und zack, zog sie mich hinein … in eine andere Welt: die Gartenwelt. Loslassen solle ich, mich darauf einlassen und einfach mal machen … wieder Kind sein sozusagen.

Und was soll ich sagen? Beste Idee ever! Denn tatsächlich ist der Garten für mich in vielen Facetten ein kindliches Vergnügen. Meine persönliche Weigerung erwachsen zu werden sozusagen. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass in meinem Garten mittlweile eine Art grüner Vergnügungspark entstanden ist.

Im letzten Jahr wurde diese meine abstrus-absurde Ansammlung von Fahrgeschäften durch einen kleinen Gartenteich und ein Aquädukt ergänzt. Die Idee dazu kam mir bei den Dreharbeiten zu “Der schönste Kleingarten des Nordens” im vorletzten Jahr. Eine der Teilnehmerinnen, “Künstlerin” Hanne, hatte ihren Teich über ein unterirdisches Röhrensystem mit dem Regenwasser ihres Laubendachs versorgt. Genau sowas wollte ich auch … nur halt überirdisch. Überirdisch? Ja man, ein Aquädukt! Ich beuge mich keiner Erpressung …

Der dazugehörige Gartenteich

Um ein Aquädukt sinnvoll einsetzen zu können benötigt man natürlich einen Gartenteich, is logisch. Einen solchen kenne ich noch aus meiner Kindheit, denn wir hatten einen im Garten, sogar mit Goldfischen! Jeden morgen wenn ich vor der Schule mein Fahrrad aus dem Schuppen holte traf ich dort meinen Opa. Egon. Er fütterte schon die Fische und schnackte plattdeutsch mit ihnen oder versorgte den Teich mit Naturdünger aus eigener Produktion …

Da ich ungern bis gar nicht in der Lage bin Dinge wegzuschmeißen und zudem einen kleinen eher eckigen Ichmagnacktewände-Architekten-Design-Teich bauen wollte lag es nahe die alte viereckige Sandkiste von K als Teichumrandung zu nutzen. Ganz nebenbei erhält der Teich so eine Uypcylingquote von nahezu 100%!

Darüber, wie man ganz konkret einen Teich anlegt werde ich sehr bald hier berichten. Heute soll aber ein anderes Thema im Zentrum stehen, nämlich die Wasserzufuhr für den Teich.

Das Aquädukt

Denn sie bildet meiner Meinung nach den eigentlichen Clou meiner Weltidee. Denn um den Teich mit frischem Wasser zu versorgen war mein Plan die Regenrinne der Laube auf hohen Holzpfählen zu verlängern und schließlich in den Teich münden zu lassen. So ganz romatisch mit Wasserfall und so.

Traditionell machte ich mich ans Werk ohne das der Plan bis ins kleinste Detail ausgeklügelt war. Also YouTube-Videos gucken, Einkaufzettel schreiben und auf in den Baumarkt. Ich kaufte:

  • 4 Holzpfosten (90x90x2700 mm)
  • 6 Einschlagbodenhülsen (nachjustierbar)
  • Regenrinne (plastik)
  • Rinnenwinkel
  • 2 Rinnenstutzen
  • Rinneneisen mit Drehgelenk
  • Fallrohr
  • Fallrohrschelle
  • Regenfallrohrklappe
  • Schwerlast-Winkelverbinder

Herr Rossi sucht das Glück

Glücklicherweise bekam ich bei meinem Bauvorhaben Unterstützung. Das Team der Fernsehsendung “Mach kein Murks!” begleitete mich. Das Prinzip dieser Sendung beruht darauf, dass ein Profi sich die Arbeit eines Hobbyhandwerkers (das bin ich) anschaut und mit Tipps und Ratschlägen unterstützt. Der mir zugewiesene Profi hörte auf den Namen Rossi. Rossi ist 155 cm groß, 100 cm breit, tätowiert und alles andere als auf den Mund gefallen.

Von Rossi hab ich gelernt das man zum arbeiten generell einen gescheiten Akkuschrauber benötigt. Zudem lernte ich das man Regenrinnen an den Überschneidungsstellen am besten mit etwas Spüli einschmiert bevor man sie ineinandersteckt, das eine Reregnrinne leicht abwärts verlegt wird und das man zwischen die einzelnen Holzpfleiler der Trägerkonstruktion am besten auch Querstreben setzt damit alles stabiler und zumindest einigermaßen gerade ist. Er wiederum hat von mir gelernt wer fussballerisch gesehen der amtierende Stadtmeister in Hamburg ist (und bleibt) und das der HSV auch im Jahr 2020 nicht aufsteigen wird. Ich bin aber nicht sicher ob er das hören wollte. Die Sendung könnt Ihr hier ansehen. Aber ich schweife ab …

Die Trägerkonstruktion

Vor dem Aufbau der Trägerkonstruktion muss zunächst festgelegt werden welche Wegstrecke das Aquädukt zurücklegen soll und welche von beiden Regenrinnen verlängert werden soll. Die Laube hat ja eine auf jeder Seite. Anschließend wird die genaue Position der Bodenhülsen festgelegt. Ich habe hier einen Abstand von ca. 150 cm gewählt. Sodann hab ich die erste Hülse auch direkt in den Boden geballert. Hierfür ist ein großer Hammer und ein Stück Holz vonnöten.

Eh ich mich versah war der erste Pfeiler auch schon in der Hülse verschraubt und nach meinen Maßstäben “gerade” ausgerichtet. So hatte ich einen Maker für die folgenden Pfeiler. Nach und nach wurden dann die restlichen Stelzen in die Erde gebracht und verschraubt. Denn Abschluss dieses Arbeitsschrittes bildeten dann die Querstreben. Stabilisierung und so.

Alles fließt – die Regenrinne

Heißt es eigentlich Dachrinne oder Regenrinne? … egal.

Bevor man mit der Installation der Regenrinne begingt muss man sich bei der Planung natürlich darüber Gedanken machen, was für eine man überhaupt verwenden möchte. Also eckig oder rund von der Formgebung her und Plastik, Alu oder Zink von den Materialien her? Ich hatte ursprünglich sogar überlegt mir eine aus Holz selbst zu bauen, so richtig traditionell und öko. Da mir aber das handwerkliche Geschick dafür definitv abgeht habe ich diese Idee leicht in mich rein grinsend wieder verworfen. Retrospektiv würde ich Euch als Material Zink oder Alu empfehlen, kein Plastik!

Bei der der Montage ist wichtig die Dachrinne mit einem leichten Gefälle anzubringen. So kann das Wasser wirklich abfließen und durch seine Kraft Schmutz und Blätter mitnehmen. Es sollte aber auch nicht zu viel Gefälle sein, damit etwas Wasser in der Dachrinne verbleibt. Dann können die Vögel hier ganzjährig eine stylische Wasserbar eröffnen. Ein Längsgefälle von einem bis zu drei Millimetern je Meter Dachrinne ist das richtige Maß. Um das hinzubekommen spannt man am besten eine Schnur oder einen Faden an der gewählten Wegstrecke entlang.

Die zweite Herrausforderung besteht darin, dass Stecksystem richtig zu verwenden, zumindest wenn man wie ich ein Plastiksystem verwendet. Bei Zinksystemem werde die beiden Enden zusammengelötet. Das sieht natürlich insgesamt wesentlich edler aus. Bei Plastik muss man die beiden Enden aber ineinaderstecken bzw. schieben. Dabei merkt man schnell, dass dies gar nicht so einfach geht. Hier hilft Spüli an den Verbindungsstellen.

Obacht ist auf Jeden Fall beim Zusägen der einzelen Elemente geboten. Das ist Plastik und das funktioniert nicht einfach mal eben mit einer Holzsäge oder einer Zange. Zum sägen dreht man die Dachrinne um, so dass das Runde oben liegt. Dort markiert man mit einem Bleistift und kann dann mit der entsprechenden Säge vorsichtig ans Werk gehen.

Abschluss

Wie man sieht … es handelt sich um eine klassiches Björn-Bauwerk! Alles entwas schief und rustikal, aber definitv charmant, kreativ und ungewöhnlich. Ich mag das. Es passt zu mir und meiner Gartenkirmes. ISSO.

Zum Abschluss noch ein Video des Bauwerks in Aktion!

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