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Blind-Date Edition #7 “Papa was a Rolling Stone”

Was kommt dabei heraus, wenn sich 16 BloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen?

Unter dem Motto „Papa was a Rolling Stone“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von The Temptations geschrieben.

Wir wissen nicht, was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind:

Beetkultur, Der kleine Horrorgarten, Cardamonchai, RienmakäferGarteneuphorie, Garteninspektor, Faun & Farn, Laubenhausmädchen, Naturgartenideen, Ein Stück Arbeit, Herwoodenheart (Instagram), Kistengrün, WirGartenkinder, Wohnungsgarten und Berlingarten

Viel Spaß beim Lesen


Prolog: Gottschwerenot!

Schon vor meiner Vaterwerdung hatte ich den Traum, unserem zukünftigen Kind Mythen von Homer vorzulesen. Und wenn nicht die, dann zumindest Ovid. Viel besser als diese öden Märchen … so dachte ich.

Voller Motivation startete ich sehr früh mit diesem Programm. Die Kleine war gerade mal ein Jahr alt, da musste sie sich Geschichten voller Rache, Hinterlist und Gemetzel anhören. Da hätte ich echt auch gleich die Bibel nehmen können.

Eine der verschlagensten Figuren bei Homer war sicherlich Sisyphos, ein Schwerenöter vorm Herrn, der mit allen Wassern gewaschen war. Ihm gelang es, sogar den Tod zu überlisten. Wie das dann so ist, hat er es irgendwann übertrieben. Der allmächtige Zeus fand das insgesamt natürlich nicht so prickelnd und sah sich mehr als einmal gezwungen einzugreifen. Und wenn der das macht, dann richtig!

In Endlosschleife musste Sisyphos fortan einen Stein einen steilen Hang hinaufrollen. Jedes Mal, kurz vor dem Gipfel, rollte selbiger wieder herunter und das Spiel begann von vorn: Sisyphosarbeit … Papa was a rolling stone!

Ich habe die Absicht, eine Mauer zu errichten

Mit dem Hin- und Herwuchten von Steinen kenne auch ich mich mittlerweile ziemlich gut aus, insbesondere, was Gehwegplatten angeht.

Eines meiner ersten Bauvorhaben im Garten bestand aus einer Kombination aus Hochbeet und Trockenmauer. Platten wurden geschleppt, kaputtgehauen und fachmännisch übereinander gestapelt. Ich war ziemlich stolz auf das entstandene Wunderwerk der Gartenbaukunst (Guck hier!).

Allerdings habe ich einen großen Fehler begangen. Für die Rückwand nutzte ich OSB-Platten. Ich hatte diese zwar mit einer Wasserschutzfolie versehen … allerdings war das nicht wirklich ausreichend. Ergebnis: das Holz blähte sich auf, wurde morsch und verbog sich.

Shit happens … roll ich den Stein halt nochmal den Berg hinauf. Diesmal aber richtig. Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Zwei Fliegen, eine Klappe

Da kam mir extrem gelegen, dass ich den Steinweg, der meinen Garten in zwei ekelhaft symmetrische Häften teilte, schon länger auf dem Kieker hatte. Dieser sollte mir als Materialquelle für die neue Rückwand dienen.

Den Weg entfernen zu MÜSSEN ergab sich auch noch aus dem Umstand, dass wir bei Übernahme der Parzelle einer eventuellen Nachverdichtung zugestimmt haben (Was das ist? Siehe hier!).

Genau dies war nun der Fall. Denn am Rand unserer Parzelle soll ein Zugangsweg für eine andere, neu geschaffene Parzelle entstehen. Eben an dieser Stelle befand sich unsere Buchsbaumhecke und die Sandkiste von K. Beides musste versetzt werden. Damit begann ich bereits im vergangenen Herbst. Ich habe alles neu angeordnet und die Steinplatten des Zugangsweges entfernt. Der neue Weg führt nun in einem Bogen Richtung Laube und wird durch die Buchsbaumhecke flankiert.

Die aus den Gehwegplatten gebaute Rückwand der Trockenmauer sah anschließend so aus:

… eigentlich viel zu gerade für meine Verhältnisse …

Die neue Wand ist nicht nur die Rückwand meiner Hochbeet-Trockenmauer-Konstruktion. Sie bildet zudem den Übergang zum Spülbecken, welches künftig auch mit warmen Wasser versorgt werden kann. Ich werde berichten …

Epilog

Es ist nicht überliefert, ob Sisyphos die ihm erteilte Strafe wirklich als solche empfand. Klar, der Begriff Sisyphosarbeit ist nicht unbedingt positiv besetzt. Steht er doch für eine sich wiederholende, sinnlose Tätigkeit, die nie ein Ziel erreicht.

Ich denke aber, man kann dem Schicksal von Sisyphos auch einen durchaus bejahenden Gehalt geben, denn

“Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen”

(Albert Camus)

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